Die Südeifel - Zwischen Our und Irsen 2021

15.06.2020 - 24.06.2020

Allgemeine Informationen

Wenn ich von „wir“ spreche, meine ich damit meine Frau Maria und mich, Markus. Letztes Jahr hatten wir etwas weiter südlich eine Wandertour in der Eifel und in der luxemburgischen Schweiz unternommen, die uns so gut gefallen hatte, dass wir uns schnell entschlossen haben etwas weiter nördlich dieses Jahr eine Tour zu starten. Im Internet fanden wir den Hetzgeshof in Jucken, einen alten Bauernhof aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts, der liebevoll restauriert und stilvoll neu eingerichtet wurde. Es gibt sowohl Ferienwohnungen als auch das alte Backhaus, welches zu einem modernen 80qm Ferienhaus umgebaut wurde. Hier hatten wir uns eingemietet. Es ist penibel sauber und sehr gut ausgestattet, die Preise sind sehr fair. Die Terrasse geht nach hinten weg und man hat dadurch eine wunderbare Ruhe. Ein gepflegter Garten und ein großer Gemüse- und Kräutergarten liegen gleich nebenan. Die Vermieterin kümmert sich toll um das Wohl der Feriengäste.

Wir konnten die zwei Wanderbücher aus unserem letzten Urlaub weiter benutzen:

Grenzenlos wandern: 22 abwechslungsreiche Rundtouren in der Eifel und in Luxemburg von Bernd Pieper, ISBN: 3761632029
Dieses Buch ist reichhaltig bebildert, die Touren werden gut beschrieben. Höhenmeterprofile oder Angaben sucht mal leider vergeblich. Alle Touren aus dem Heft finden sich mit GPS-Tracks und Höhenmeterprofilen auch hier: https://www.naturpark-suedeifel.de/ oder auf https://www.outdooractive.com/de/. Die Wanderungen sind alle durchgehend und einheitlich mit einem grünen Blattsymbol ausgeschildert.

Outdoor regional: Luxemburg (25 Wanderungen) von Astrid Holler, ISBN: 9783866864900
kaum Bilder, eher technische Beschreibung der schönen Touren, kleinere aber teils entscheidende Fehler bei der Wegbeschreibung (Touren sind nicht durchgängig einheitlich markiert). Daher empfehle ich unbedingt zur Korrelation die GPS-Tracks von der Verlagswebseite: https://www.conrad-stein-verlag.de/buecher-shop/luxemburg-25-wanderungen-zu-den-schoensten-zielen-im-grossherzogtum/...

Eine Tour haben wir uns aus einem Online-Flyer des örtlichen Touristenverbandes herausgesucht, hier finden sich noch eine Reihe weiterer interessant klingender Touren: https://de.calameo.com/read/006119002dfeaadd7e6f4

Eine Wanderkarte hatten wir sonst nicht dabei. Ich benutze gerne die App PocketEarth mit den oben heruntergeladenen GPS-Daten der Touren.

08.06. – Nat’Our Route 1 – Zum Dreiländereck

13,2 km, Anstieg: 395m, 4 Stunden mit Pausen

10:30 Uhr starten wir am Wanderparkplatz an der Tintesmühle (Campingplatz). Auf deutscher Seite beginnen wir die Wanderung entgegen der Flussrichtung der Our in Richtung Norden. Die meiste Zeit verläuft der Weg auf gut ausgebauten Waldpfaden. Meist wandern wir durch dichten Wald, nur selten erlauben die Bäume einen Blick ins wildromantische Tal. Plötzlich erfolgt ein harter Schwenk nach rechts, gefolgt von einem kurzen (700m) aber steilen Anstieg zum Aussichtspunkt Königslay. Oben angekommen erwartet uns zwar ein Tisch mit 2 Bänken als Rastplatz, aber kein Blick ins Tal. Wir sind schon etwas enttäuscht, aber wenige Meter weiter zeigt sich dann eine hölzerne Aussichtskanzel mit einem tollen Ausblick auf die Our. Direkt folgt der Abstieg bis ins Tal und weiter geht es entlang der Our mit leichtem Auf und Ab zum Dreiländereck. Hier treffen Deutschland, Luxemburg und Belgien aufeinander, getrennt durch Our und Reibaach. Auf belgischer Seite finden wir das Europadenkmal. Hier machen wir an einem der reichhaltigen Sitzmöglichkeiten eine längere Pause. Die Sitzmöglichkeiten sind insgesamt auf den meisten Wegen sehr gut. Frisch gestärkt geht es auf luxemburgischer Seite etwas dichter an der Our und den Ourauen wieder zurück. Der Weg ist partiell etwas felsiger und manchmal geht es dicht an der Steilkante vorbei. Hier braucht es etwas Trittsicherheit. Insgesamt ein sehr abwechslungsreicher und schöner Rundweg. Den Nachmittag und den Abend verbringen wir, wie auch die nachfolgenden, auf der Terrasse, die ab 15 Uhr wunderbar im Schatten liegt.

09.06. Nat’Our Route 5 – Bivels – Vianden – entlang des Our-Stausees

12,2 km, Anstieg: 581m, 5 ½ Stunden mit Pausen
Um 09:45 beginnen wir die Rundwanderung am Parkplatz zwischen Kirche und Our in Bivels. Die meisten Webseiten starten in Vianden, uns erscheint der Start in Bivels mit der Gehrichtung Falkenstein sinnvoller. So sind die Wegabschnitte, bei denen Trittsicherheit gebraucht wird, Abstiege. Wer diese lieber als Anstiege haben möchte, muss die Wanderrichtung umkehren und dann besser in Vianden starten. Direkt nach der Querung der Our über eine Fußgängerbrücke erwartet uns auch schon der erste Anstieg von der Ausgangslage von 225 Höhenmetern zur Burg Falkenstein (313 HH). Diese ist in privatem Eigentum, ein schweres eisernes Tor mit Stacheldraht verhindert den Zugang. Die Nat’Our Route 4 biegt hier jetzt zum Abstieg ins Tal nach links ab. Wir setzten den Weg weiter als steilen Anstieg auf schmalem Pfad bis zum höchsten Punkt der Tour auf 443 HH fort. Bereits jetzt spüren wir unsere Beine und sind außer Atem. Daher sind wir froh, dass der Weg nun eine gute Weile immer angenehm entlang des Bergkamms mit nur kleineren Abstiegen und Steigungen verläuft. Abwechslungsreich ist auch der Untergrund, mal breite und mal schmale Wege, Waldboden wechselt sich mit felsigem Grund oder zugewucherten Wiesen ab. Auf Grund des teils sehr hohen Bewuchses sollte man besser keine kurzen Hosen tragen. Vor uns liegt eine kleine Felsspitze und als wir uns dieser nähern, entpuppt sich die Felsspitze als Felsgrat. Auf diesem schmalen Felsgrat folgt dann ein steiler Abstieg (200 HH auf einer Strecke von 1 km). Zu beiden Seiten geht es steil nach unten, der Boden ist felsig, teils durch hohe Stufen ausgekleidet. Dank eines stabilen Geländers ist der Abschnitt aber gut und sicher zu meistern. Dennoch sind hier Trittsicherheit und ein gewisses Maß an Schwindelfreiheit notwendig. Die letzten km nach Vianden verlaufen dann kontrastreich ganz gemütlich entlang der Ourpromenade. Hinter einer leichten Biegung erhebt sich die Burg Vianden über das Tal. Kurz danach queren wir die den Staudamm und befinden uns damit auf luxemburgischer Seite. Am Ortseingang zu Vianden wendet sich der Weg nach rechts den Berg empor. Es folgt ein erneut heftiger Anstieg entlang des Castle Vianden (welches wir nicht besichtigt haben) und weiter sehr steil in Serpentinen (ca. 170 HH) bis zur Bergstation der einzigen Seilbahn Luxemburgs. Wenn man die Burg sowieso nicht besichtigen möchte, kann man die Steigung auch auslassen und von der Innenstadt Viandens mit der Seilbahn hochfahren. Jetzt geht es auf ungewohnt breitem und komfortablem Pfad immer geradeaus. Dann ein erneuter plötzlicher und steiler Abstieg der Trittsicherheit und Konzentration benötigt zu einer kleinen Kapelle (Bildchen – Chapelle Notre Dame). Hier erlauben wir uns eine erholsame Pause auf einer Bank im Schatten mit Blick in das Tal. Danach erfolgt noch ein letzter größerer Abstieg mit zwei beim jetzigen Muskelzustand zehrenden kurzen zusätzlichen Anstiegen, um einem Wasserkraftwerk auszuweichen. Der Ourstausee wird insbesondere auf luxemburgischer Seite mit Hilfe eines Oberbeckens sehr stark zur Energiespeicherung und -gewinnung eingesetzt. Dann erreichen wir die Our-Promenade. Nur noch 1 km bis zum Auto. Geschafft! Wie der Wanderführer uns schon versprochen hatte: die Tour ist herausfordernd, aber man wird auch reich für die Strapazen belohnt!

10.06. Neuer-Burg-Weg

12,7 km, Anstieg: 588m, 4 Stunden mit Pausen

Vom Parkplatz am Notarsberg in Neuerburg wandern wir um Punkt 10 Uhr bei herrlichem Sonnenschein los. Erst geht es ein paar Schritte durch den Ort bis wir den Rundweg erreichen und dann schnell ansteigend aus dem Ort heraus. Der Weg geleitet uns erst über Treppen, dann rasch in Serpentinen steil nach oben. Immer wieder bietet der Weg Aussichten auf den beschaulichen Ort mit seiner Pfarrkirche St. Nikolaus, der von einer Jugendherberge genutzten Burg und den alten Verteidigungsanlagen. Als wir nach gut 100 Metern Steigung beim höchsten Punkt (442 HH) ankommen, erwartet uns ein toller Ausblick von einem kleinen Aussichtspunkt. Danach geht es gemütlich auf sich abwechselnden breiten Forstwegen oder naturbelassenen Wald- und Wiesenwegen flussabwärts, nur manchmal erwarten uns kurze kleinere Gefälle oder Steigungen. Schließlich biegen wir von einem gut ausgebauten Weg auf einen kleinen Tritt ab, der Boden wird felsiger, die Natur etwas karger und wir steigen ziemlich rasch in das Tal zur Landstraße (301 HH) herab. Hier ist etwas Trittfestigkeit gefragt. Wir kreuzen die Straße und kommen an einem einsamen Bauernhof vorbei. Dann geht es wieder in den Wald und kontinuierlich bergauf. Ein letzter kurzer Kraftakt und wir haben erneut eine Höhe von 435 HH erreicht. Der Aufstieg war aber insgesamt sehr angenehm. Nun beginnt der vielleicht uninteressanteste Teil der Wanderung, denn wir verlassen den schönen Mischwald und kommen in eine forstwirtschaftlich genutzte Monokultur aus Fichten. Entsprechend breit und oft schlammig und mit Fahrspuren durchsetzt sind die Wege und die Natur wirkt ein wenig trist. Vorbei sind die bunten Blumen am Wegesrand und die Schmetterlinge und Blindschleichen, die unseren Weg kreuzten. Kurz hinter einer Marienkapelle erreichen wir erneut Neuerburg und ein kurzes Stück geht es an der Straße entlang zur Burg, einem imposanten Bauwerk. An der Pfarrkirche vorbei machen wir noch einen kleinen Schlenker am Hexentanzplatz entlang zum Stadtpark. Hier gibt es zwei kleine Wasserfälle der Enz zu beschauen, die zwischen den Häusern ein wenig beengt wirken. Durch den Ort geht es in Richtung Parkplatz. Aber vorher macht der Weg noch einen Schlenker und über ein paar Treppenstufen führt er zu der Ruine des Beilsturm hoch. Diesen hatten wir bereits ganz am Anfang des Weges links liegen gesehen. Er ist Teil der alten Befestigungsanlage von Neuerburg und momentan noch bruchfällig. Ein Plakat zeigt aber an, dass er saniert und besteigbar gemacht werden soll. Vom Beilsturm aus erreichen wir dann schnell unser Auto. Wir nutzen die Gelegenheit in einer größeren Stadt zu sein und kaufen beim gut sortierten Rewe noch ein.

11.06. Irsenpfad

11,6 km, Anstieg: 401m, 3 3/4 Stunden mit Pause
Vom Parkplatz an dem Gasthaus Waldesruh bei Wehrbüsch starten wir auf den kurzen Zubringer zum Wanderweg. Einer Empfehlung in unserem Wanderbuch folgend machen wir die Wanderung in umgekehrter Reihenfolge. Dadurch kommt der etwas uninteressantere Teil durch den Wald mit einem in unsere Richtung anhaltenden Gefälle am Beginn und die etwas milderen Steigungen und die schönen Abschnitte entlang der Irsen eher in der zweiten Hälfte der Tour. So wenden wir uns also bei der ersten Wegmarkierung nach rechts und fallen erst einmal eine ganze Weile durch Wald auf breitem Forstweg hinab. Die Wege sind meistens breit und gut ausgebaut, nur selten naturbelassen, am Ende geht ein kurzer Abschnitt über Wiese. Nachdem wir ins Tal hinabgestiegen sind, sehen wir endlich die Irsen. Aber der Weg schlägt uns ein Schnippchen und lässt uns erst einmal direkt wieder den Hang in den Wald hochsteigen. Eine ganze Weile geht es durch Fichtenwald bis ein rascher Abstieg auf Waldwegen zurück zur Irsen führt. Nachdem wir dem Fluss ein wenig gefolgt sind, kommt die erste Querung. Eine kleine, gut begehbare Leiter führt herab zum Fluss und über ein paar Trittsteine können wir sicheren und trockenen Fußes die Irsen queren. Jetzt kommt der schönere Teil der Wanderung. Immer im Tal wandern wir entlang der Irsen flussaufwärts. Erst ist das Tal recht breit, mit vielen Blumenwiesen, dann wird es etwas schmaler, die Hänge sind oft mit Ginster bewachsen und einige Schmetterlinge tummeln sich in der Luft. Mehrere Fischreiher steigen aus den Flussauen empor. Die Sonne brennt ganz gut und wir sind froh, als wir auf einer Bank im Schatten mit einem schönen Ausblick auf das Tal Pause machen können. Die Veränderungen durch die hier ansässigen Biber sind erkennbar, die Irsen teilt sich häufig, hat immer wieder kleinere Tümpel und Seitenäste und weist sehr unterschiedliche Flussgeschwindigkeiten auf, aber wirkliche direkte Biberspuren können wir als ungeübte Naturbeobachter nicht ausmachen. Kurz vor einem Ausflugslokal queren wir die Irsen mit Hilfe einer schmalen Brücke erneut und steigen dann in der prallen Sonne über eine gemähte Wiese entlang einer Pferdekoppel bergan. Immer am Waldrand geht es nach oben, der Schweiß läuft über die Gesichter. Dann wird es im Wald wieder schattiger, es bleibt aber ein steter kräftezehrender Aufstieg. Am Ende des Rundwanderweges an der Kreuzung mit dem Zubringer steht noch eine Bank im Schatten, perfekt zum abschließenden Picknick. Dann fehlen nur noch 200 Meter bis zum Auto.

12.06. Das Irsental – Eifelgold und Schmetterlinge

18,1 km, Anstieg: 270m, 4 ¾ Stunden mit Pause

Wir starten am Campingplatz hinter Irrhausen, wo ein großer Wanderparkplatz liegt. Wir folgen lange Zeit dem Eifelgoldpfad aus unserem Wanderbuch und erst später werden wir etwas von der Route abweichen. Da es heute bedeckt und etwas windig, aber trocken sein soll, haben wir uns für einen Weg entschieden, der einen recht hohen Anteil an Passagen ohne Schatten hat. Der Plan ging auf. Der Weg führt auf den ersten 8 km immer flussabwärts der Irsen bis zur Karlshauser Mühle, mal durch dichten Monokulturwald, oft aber durch ginsterbedeckte Heide oder entlang des sich schlängelnden Flusses. In diesem Tal soll es über 500 Schmetterlingsarten geben. So viele sehen wir nicht, aber doch sind wir immer wieder von welchen umgeben. Auch ein Reh und ein Fuchs kreuzen auf der Wanderung unseren Weg. Fast der gesamte Rundweg ist allerdings auf befestigten Wegen zu absolvieren, meist Schotter. Wer also naturbelassene Wald- und Wiesenwege sucht, ist hier eher schlecht bedient. Auch ist das Naturerlebnis nicht so erstaunlich und aufdringlich wie zum Beispiel bei der Nat’our Route 5, sondern erschließt sich eher durch das Rauschen des Baches und den stetigen Singsang der Vögel. Zum Runterkommen und einen Gang runterschalten eignet sich der Weg perfekt. Bei der Mühle queren wir die Irsen und erheben uns in einem stetigen Anstieg über das Tal. Durch Wald klettern wir gemächlich nach oben, schnell bieten sich erste Ausblicke über die Hänge, die zu dieser Jahreszeit noch in so vielen verschiedenen Grüntönen erstrahlen. Dann wird es steiler und über Wiesen steigen wir zur Landstraße bei Bommert hoch. Wir kreuzen sie und wandern entlang der Felder weiter bergauf. Viele Bauern produzieren gerade Heu und je nach Trocknungsgrad liegen die verschiedenen Grasgerüche in der Luft. Toll! Ein letzter Anstieg bringt uns zur höchsten Erhebung der Wanderung, dem Hüberg. Kaum haben wir die Aussicht genossen, schon schickt uns der Weg wieder in das Tal. Auf ca. 1/3 der Strecke ins Tal hinab genießen wir unser Picknick auf einer Holzbank. Hier trennen wir uns von dem Eifelgoldpfad. Dieser steigt jetzt erneut an und erreicht bald Daleiden. Wir wollen lieber direkt in das Irsental absteigen. Dies spart uns zwar nur 1 km, aber immerhin einen Anstieg von gut 200 Höhenmetern. Später treffen wir den Weg erneut. Wir laufen hier also anstatt nach links den Berg hoch, rechts den Berg herunter und an der nächsten Kreuzung folgen wir der Ausschilderung „136“ nach links. Bald rauscht die Irsen wieder zu unseren Füßen und die letzten km sind bald geschafft. Rasch erreichen wir wieder die Stauweiher am Campingplatz mit dem kleinen Wehr und dann unser Auto.

13.06. Nat’Our Route 2 – mittleres Ourtal

18km, Anstieg: 423m, 5 ¼ Stunden mit Pausen

Es gibt sowohl die Möglichkeit die Tour von der Tintesmühle (wie schon die Tour am Dienstag) zu starten oder aber von der Brücke in Dasburg. Wir entscheiden uns für die Tintesmühle. Eine weitere Überlegung ist, in welche Richtung man geht. Offiziell ausgeschildert ist die Wanderung im Uhrzeigersinn, also auf deutscher Seite Richtung Süden und dann auf der luxemburgischen Seite wieder flussaufwärts. Prinzipiell wäre es sinnig die Tour umzudrehen, da die luxemburgische Seite von den Wegen die schwierigere ist, dann hat man den leichten ruhigen Teil am Ende. Wir entscheiden uns auf Grund des wolkenlosen Himmels jedoch auch für den Uhrzeigersinn. Hier hat man am Morgen auf der deutschen Seite mehr Schatten und ebenso am frühen Nachmittag auf der luxemburgischen Seite. Eine gute Wahl wie wir festgestellt haben. Der Weg startet sehr ruhig. Immer auf breitem geschottertem Weg wandern wir entlang des Ourtals und machen schnell einige Kilometer. Hier und da verlassen wir den breiten Forstweg, auf dem auch wenige Radfahrer unterwegs sind für Abstecher näher an das Ufer. In diesen Fällen folgt der Weg dann kleinen verschlungenen Pfaden dicht am Wasser. Die erste Steigung bringt uns zwar mit 358 Höhenmetern direkt zum höchsten Punkt des Weges, aber sie zieht sich in diese Richtung angenehm auf einer längeren Strecke. Oben wartet ein hübscher Tisch mit zwei Bänken. Überhaupt sind die Rastplätze auf dieser Wanderung sehr häufig, gut erhalten und meist angenehm im Schatten platziert. Der zum Teil über Treppen verlaufende Abstieg ist dafür umso steiler und sehr schnell sind wir auch schon wieder auf dem Höhenniveau des Flusses. Mit nur leichtem Auf- und Ab geht es rasch in Richtung Dasburg. Ein kleiner Steinbruch am Wegesrand mit am Sonntag stillstehenden Maschinen passt so gar nicht in das ruhige Tal, in dem sonst alle Klänge der Zivilisation ausgeblendet sind. An den Seiten des Weges stehen jetzt Informationstafeln über die Bunkeranlagen des Westwalls, die hier noch in Resten zu finden sind. An der Brücke bei Dasburg ist nach der Stille des Tals gleich umso mehr los. Das Cafe ist ein Bikertreff und an der daneben liegenden Tankstelle bilden die deutschen Autos lange Schlangen. Etwas weiter stehen fünf Sportwagen und ihre Fahrer zusammen und unterhalten sich. Es ist wuselig und der Motorenlärm dröhnt in den Ohren. Umso froher sind wir, als wir wieder in die Stille des Waldes eintauchen dürfen. Schnell geht es bergauf, der Aufstieg ist etwas heftiger und treibt uns bei einigen sonnigen Abschnitten den Schweiß auf die Stirn. Die luxemburgische Seite dieses wunderschönen Wanderweges ist abwechslungsreicher. Immer wieder wechseln sich breite ausgebaute Wege und naturbelassene enge Wald- und Wiesenwege ab. Dafür hat man auch immer häufiger kurze, aber steile An- und Abstiege. Der Aufstieg zum Aussichtspunkt Königslei kündigt sich mit einigen steilen Stufen an. Auf knapp halber Strecke müssen wir mit unserem Weg eigentlich geradeaus weiter. Der Anstieg geht aber nach links noch weiter den Berg hoch. Maria wartet hier unten und ich steige noch die Mischung aus Stufen und kurzen steilen Anstiegen weiter empor. Nach der ersten Biegung bietet sich allerdings auch schon die einzige lohnenswerte Aussicht ins Tal. Den Rest des Anstiegs kann man sich getrost ersparen. Weiter geht der Weg durch die üppige Natur. Ein kleiner Fluss kommt vom Hang auf der linken Seite, eine Brücke mit einer Bank daneben, Wasserrauschen. Ein toller Ort für eine Rast. Jetzt sind es noch gute 5km bis zur Tintesmühle. Der letzte Abschnitt bietet noch ein paar schöne Ausblicke auf Tal und Fluss, immer wieder entdecken wir andere Pflanzen am Wegesrand. Dann kommen wir am Biergarten des Campingplatzes Tintesmühle vorbei, ein kurzer sehnsüchtiger Blick meinerseits auf die Gäste und ihr frisch gezapftes Bier, aber so k. o. und durchgeschwitzt wollen wir doch lieber nach Hause. Das Auto hat in der Zwischenzeit einiges an Gesellschaft bekommen. Insgesamt war dies bislang der Weg mit den meisten Begegnungen, sei es Radfahrer oder Wanderer. Allerdings muss man mit einbeziehen, dass Sonntag ist und man bei einem Rundweg die meisten Wanderpaare zweimal trifft. Insgesamt eine wunderbare ruhige Tour.

14.06. Wanderweg 20 bei Plütscheid

9,3km (mit Umweg, eigentlich 8,5km), Anstieg: 220m, 2 ¼ Stunden mit Pausen

Heute ist schon wieder unser letzter Tag und das Wetter wird immer heißer. Es ist ein wolkenloser Himmel und Temperaturen bis 26° angekündigt. Daher planen wir nur eine kleine abschließende Runde und haben uns hierfür aus einer Broschüre des Touristenvereins den Wanderweg 20 bei Plütscheid ausgesucht. Er startet am Wanderparkplatz in der Ortsmitte, mehr eine Haltebucht mit Infotafel als ein echter Parkplatz. Auf Grund des Sonnenstandes wollen wir den Weg lieber in umgekehrter Reihenfolge machen und steigen daher nicht zum Sportplatz hoch, sondern folgen der Straße ein kurzes Stück in Richtung Ortsausgang. Nach kurzer Zeit biegen wir nach links in einen Feldweg ab. Jetzt sollte der Weg sich eigentlich immer am Waldrand auf ebenem Terrain langschlängeln. Wir steigen aber immer weiter durch Wald nach oben und irgendwann merken wir dann auch, dass wir wohl einen Abzweig verpasst haben. Ein kurzer Blick auf das GPS und wir entschließen uns den Weg weiter geradeaus zu verfolgen, denn so nutzen wir die bereits gestiegenen Höhenmeter und kommen ebenfalls in Richtung Sportplatz, um danach die Runde doch in der eigentlich gedachten Richtung zu vollenden. So steigen wir durch saftige Wiesen, auf denen meist erneut das Heu getrocknet wird, weiter nach oben. Am Sportplatz angekommen haben wir einen wunderbaren Weitblick über die Südeifel. Jetzt geht es zu unserer Freude rasch in den kühlen Wald und auf den kommenden guten 4 km verläuft der Weg mit einem stetigen leichten Gefälle durch meist dichten Wald. Am Wendepunkt des Bergrückens angekommen, vollführt der Weg hier eine steile Kurve und wir sind im Tal des Ehlenzbachs. Diesem folgen wir die nächsten 4 km dieses Mal stetig bergan zurück nach Plütscheid. Die Steigung ist dabei so gering, dass man sie kaum spürt. Das Tal ist einsam und still. Am Wegesrand im Schatten steht eine Bank. Wir beobachten Schmetterlinge, einen Raubvogel und genießen den kühlen Wind und das Vogelgezwitscher. Etwas weiter äst ein Reh, es schaut nur kurz auf, als wir in einiger Entfernung vorbeigehen. Schnell ist die Runde beendet, die Sonne steht aber auch schon erbarmungslos am Himmel und so sind wir doch froh, den Nachmittag im Schatten auf der wunderbaren Terrasse verbringen zu können.

15.06. Rückreise